23. Kapitel 

Osterhasenversteckspiel 

 

In Carlottas Familie war die Spannung auf das bevorstehende Osterfest wie in jedem Jahr von Tag zu Tag gewachsen. Alle freuten sich auf Ostersonntag, denn der Osterhase war noch in jedem Jahr gekommen und hatte bunte Eier im Garten versteckt. Der würde sich auch bestimmt in diesem Jahr nicht davon abhalten lassen, die Kinder mit Süßigkeiten zu erfreuen. „Wisst ihr was, Kinder? Vielleicht solltet ihr dem Osterhasen in diesem Jahr mal schöne Nester im Garten bauen. Dann hat er es leichter und braucht seine Eier nur dort hineinzulegen“, schlug Mama vor. 

 

Carlotta, Christian und Jasmin waren sofort Feuer und Flamme. Sie zogen sich ihre Stiefel an, weil der Rasen morgens doch noch ziemlich feucht war und hielten im Garten nach den schönsten Stellen Ausschau. Mit alten Gräsern, Rindenmulch und sonstigen Dingen, die sich im Garten finden ließen, stellten sie wunderschöne Nester her. Christians Nest befand sich hinter der Regentonne, Carlottas Nest unter einem blühenden Busch und Jasmin hatte ihr Nest im Blumenbeet neben den Primeln gebaut, die jetzt schon in voller Blüte standen. 

 

Als sie fertig waren, zeigten sie der Mama stolz ihr Werk und Mama lächelte und lobte sie: „Na, da wird sich der Osterhase aber freuen, dass ihr für ihn alles so schön vorbereitet habt!“ 

 

Besonders die kleine Jasmin war voller Vorfreude und konnte den nächsten Tag kaum erwarten. Den ganzen Tag schleppte sie den kleinen Papp-Osterhasen mit sich herum, den Carlotta ihr gebastelt hatte. Er war in dieser Woche zum absoluten Lieblingsbegleiter von Jasmin geworden. Nachdem die Kinder den ganzen Morgen im Garten gespielt und gebaut hatten, rief Mama sie zum Mittagessen ins Haus. 

 

Aufgeregt ging es beim Essen nur darum, wann der Osterhase wohl käme und ob er die selbstgebauten Nester finden würde. Mama merkte, dass bei so viel Aufregung wohl nicht an eine ruhige Mittagszeit zu denken war. Darum schlug sie vor: „Ihr Drei könntet doch nach dem Essen ein Osterhasenversteckspiel spielen.“ „Wie geht das denn?“, wollten die Kinder wissen. „Nun, einer versteckt den kleinen Osterhasen irgendwo im Haus und die anderen müssen ihn suchen“, erklärte Mama das Spiel. Das ließen sich die Drei nicht zweimal sagen. Jasmin zögerte zwar im ersten Moment ihren geliebten Hasen dafür herzugeben, aber als die anderen meinten, sie dürfe auch die Erste sein, die ihn versteckt, war sie einverstanden. So spielten sie eine ganze Weile, bis sie irgendwann keine Lust mehr hatten. 

 

Jetzt hieß es geduldig auf morgen zu warten. Mal sehen, was der Osterhase in diesem Jahr so bringen würde.... 

 

© Margarete Reinberger 

 

Idee:

Spielt doch auch mal Verstecken. Ihr könnt es wie Carlotta, Christian und Jasmin machen und ein kleines Stofftier oder einen Gegenstand irgendwo im Haus verstecken. 

 

Spaß macht bestimmt auch das altbekannte Kinderspiel „Topfschlagen“. 

 

Ihr braucht: 

 - einen Topf

- einen Kochlöffel

- einen Schal

- etwas, was unter dem Topf versteckt werden kann

   (z.B.: ein Spielzeug, eine Süßigkeit...) 

 

Spielanleitung: Jetzt werden einem Mitspieler die Augen verbunden. Dann gibt man ihm den Kochlöffel in die Hand. Der Topf wird irgendwo im Raum mit einem Gegenstand oder einer Süßigkeit darunter umgedreht auf den Boden gestellt. Um es demjenigen, der die Augen verbunden hat, nicht zu leicht zu machen, kann man ihn noch vor der Suche ein paar Mal um sich selber drehen (aber nicht zu wild, sonst wird ihm ganz schwindelig). Schließlich kann derjenige mit den verbundenen Augen auf allen Vieren durch den Raum kriechen und mit dem Kochlöffel schlagend nach dem Topf suchen. Die anderen dürfen ‚warm‘ oder ‚kalt‘ sagen. ‚Warm‘ heißt in diesem Fall, dass man nah am Topf dran ist, bzw. sich in die richtige Richtung vorwärts bewegt. ‚Kalt‘ bedeutet, dass es die falsche Richtung ist, die vom Topf wegführt. Na, dann versucht mal euer Glück. Viel Spaß dabei. 

 

 

Liebe Kinder! 

 

Ich wünsche euch morgen ein schönes Osterfest und einen tollen Tag mit eurer Familie. Die nächste Geschichte von Fred und Carlotta erwartet euch schon am kommenden Montag. Auch sie stecken mitten in dieser Zeit und sehnen sich wie ihr danach, dass endlich der Tag kommt, an dem sie sich wiedersehen und wieder miteinander spielen dürfen. Das, was wir alle gerade erleben, ist für die Erwachsenen ebenso neu, wie für euch Kinder. So etwas haben wir alle noch nicht erlebt. Aber vielleicht macht uns diese Zeit ja bewusst, wie wertvoll es ist, dass wir Menschen uns gegenseitig haben und füreinander da sein können. Vielleicht macht es uns auch bewusst, dass wir in dieser Situation auch auf die Entfernung und mit dem gebührenden Abstand gerade zusammenhalten müssen, um uns vor diesem Virus zu schützen und die Helfer nicht zu überlasten. Irgendwie werden wir diese Zeit gemeinsam durchstehen. Ich hoffe, dass euch diese Geschichten dabei helfen. Mir tun in jedem Fall eure kreativen Einfälle gut und sie begeistern mich so sehr, dass mir immer noch weitere Geschichten für euch einfallen. So werden euch Fred und Carlotta weiter begleiten, bis diese ungewohnte Zeit endlich vorüber ist und wir uns in der Schule wiedersehen. Was wird das für eine Freude sein! Lasst uns einfach versuchen das Beste aus dieser Zeit zu machen, egal wie lange sie sich noch hinziehen wird. Ich weiß, dass das für manchen sicher leichter gesagt als getan ist. Aber ‚Kopf hoch‘, diese Zeit wird vorübergehen. Ich danke euch und euren Eltern sehr für jedes freundliche Wort, für jede wertschätzende Email, die ich inzwischen schon erhalten habe und natürlich fürs Mitmachen. Ihr seid toll! 

 

Liebe Grüße 

Eure M. Reinberger